Veränderung und Wandel erfordern ein neues (nachhaltiges) Management

(Whitepaper Rainer Flake, Juli/2013)

Über die Themen Führung und Management werden jährlich viele Bücher vollgeschrieben und doch zeigen sich in der Praxis immer noch große   Schwächen. Situationsbezogen, partnerschaftlich, coachend, zielführend, innovativ, begleitend, offen, mutig, verständnisvoll, etc., die Liste der Eigenschaften des „idealen Managers“ ist lang und gerade deshalb auch verwirrend. Dabei ist der gute Wille noch nicht einmal das ganz große Problem, es fehlt vor allem an konkreten Handlungsperspektiven.

Ich möchte mich an dieser Stelle auf den Aspekt Wandel und Nachhaltigkeit beschränken.

Nachhaltiges Management baut an Vertrauen, denkt aus einem ganzheitlichen  Weltbild heraus und kreiert nachhaltige Werte (so Van Kaam, 2012). Erst einmal liegt aller Anfang beim Manager / dem Unternehmer selbst. Solange  man selbst nicht von einer anderen Art des Wirtschaftens überzeugt ist, bleibt man unweigerlich im alten Paradigma hängen und wird es nicht gelingen, den Rest der Organisation in eine neue Phase zu transformieren.

Langfristige und ganzheitliche Orientierung, der Wille weitere Werte als nur finanzielle zu kreieren, Transparenz schaffen, den Dialog zu suchen nach Innen und nach Außen, über alle Grenzen hinweg (vertikale, wie horizontale Beteiligte der Prozessketten). Van Kaam (2012) bringt es mit einer Prinzipienfrage auf den Punkt: „Handel ich um zu überleben, oder will ich der Welt dienen?“

Wenn man dann endlich beginnt, steht erst einmal die Frage nach dem WARUM zentral. Beginn mit dem Ende in Gedanken (so S. Covey, 2010). Was ist das große Ziel, die Vision, die man mit der Unternehmensaktivität erreichen will? Wo will man welchen Kunden-Mehrwert, welche multiplen Werte  kreieren?  Um dann im zweiten Schritt eine nachhaltige Strategie zu formulieren, die dann umgesetzt wird in ein überzeugendes Geschäftsmodell.

Der erste Schritt bei der Kreation von Werten (multiplen Werten, finanzielle, soziale, umweltrelevante) beginnt beim Treffen von  Entscheidungen. Immer wieder kommt man an Weichenstellungen, an einen Entscheidungspunkt, sich grundsätzliche Fragen zu stellen über die Schlüssigkeit und passenden Richtung – und diese Antworten werden immer im Bauch und im Kopf getroffen. Dabei helfen die vorab formulierten grundsätzlichen Antworten (Vision, langfristigen Ziele, Werte, etc. s.o.) als Prüfstein. An genau diesen Punkten kann es passieren, dass unsere (alten) Erfahrungen plötzlich weniger relevant sind  weil sie hinter den zukünftigen Zielsetzungen zurücktreten.

Innovation und Wandel heißt aber auch nicht, alles bestehende sofort umzuwerfen. Eine gewisse Stabilität (in der Organisation) gibt auch Sicherheit und Sicherheit ist eine gute Arbeitsbasis Neue zu kreieren. Doch die wohl wichtigste Voraussetzung die Organisation zu begeistern und mitzunehmen in eine neue Entwicklungsphase ist wohl Vertrauen. Vertrauen in die Zukunft und die Machbarkeit von Visionen und Zielen. Vertrauen in die Mitarbeiter (Talent, Kompetenz und Entscheidungsräume) und Partnerunternehmen wie auch  Wettbewerber für die so nötige Zusammenarbeit (Netzwerke). Zusammenarbeit und Verbinden sind existenziell um Nachhaltigkeit im Kern des Unternehmens zu erzeugen.